Archiv der Kategorie: Volontäre

Iris & Swetlana

Neues Sehen, neues Entdecken, eine Zeitlang in einer für uns fremden Kultur leben. Mit diesen Vorhaben kamen wir nach Kamerun.

Nach unserer Ankunft am Flughafen in Douala wurden wir von unserem Gastbruder –Neville empfangen und in das acht Autostunden entfernte Kumbo gebracht. Die Familie, in der wir die nächsten 2 ½ Monate lebten hat uns sehr herzlich und gastfreundlich aufgenommen. Von MaNde wurden wir sehr lecker und abwechslungsreich bekocht und von unserem Gastbruder Harrison in allen Unternehmungen und Vorhaben unterstützt und begleitet.

Recht schnell haben wir uns an das doch eher einfache Kamerunerleben gewöhnt, mit allem was dazu gehört (Wäsche waschen mit den Händen, Duschen entweder kalt oder mit einem Eimer gewärmten Wasser, Existieren ohne Strom und vieles mehr).

Durch unsere Projekte und Freizeitaktivitäten waren wir viel beschäftigt und hatten eine Menge zu tun.

Projekte von Iris:

Seit Sommer 2011 bin ich ausgebildete Erzieherin und hatte daher auch vor in Kamerun mit Kindern im Kindergartenalter zu arbeiten

Nursery School:  In der nahegelgenen Nursery School (G.N.S.Tobin) war ich die ersten 3 Wochen meines Aufenthalts den ganzen Vormittag (07.30-12.25h). Ich war in der Nursery 2 (Kinder von 5-6J) mit 25 Kindern. Die Nursery1 (36Kinder) und die PreNursery (25Kinder) mussten sich mit 2 Lehrerinnen einen kleinen Klassenraum teilen. Recht schnell musste ich auch feststellen das die Arbeit mit den Kindern in Kamerun eine ganz andere ist, was mir zu Beginn wirklich große Schwirigkeiten und Gedanken bereitet hat. Nicht nur das Kinder im Alter von 2-6 Jahren wie in der Schule an ihren Bänken sitzend lese, schreiben und rechnen lernen müssen, es kommt sogar vor das sie von den Lehrern geschlagen werden. In dem Moment als mir erlaubt wurde, die Kinder auch zu schlagen und ich sogar meinen eigenen Stock bekommen sollte konnte ich mich einfach nicht mehr zurückhalten und sprach die Lehrerin auf dieses Problem an. Nach einem kurzen Gespräch mit ihr und meiner Bitte mit dem Schlagen aufzuhören, bin ich sehr glücklich darüber sagen zu können, dass sie es (zumindestens wenn ich anwesend war) gelassen hat die Kinder zu shlagen. Nach drei Wochen entschied ich mich dann aber dafür nicht mehr den ganzen Vormittag in die Nursery School zu gehen, sondern nur noch Stundenweise anwesend zu sein. Diese Entscheidung traf ich da es für mich nicht möglich war, den straffen Stundenplan der Kinder und die Durchführung des Unterrichts mit anzusehen. Ich verabredete mit der Direktorin einige Termine, an denen ich mit den Kindern meine eigenen Zeit bekam und in der ich viele schöne und neue Dinge (Seilspringen, Puzzlen, Wasserfarben malen, usw) mit den Kindern machen konnte. Mir war es wichtig mit den Kindern etwas neues zu machen, als auf ihrem normalen Stundenplan steht. Für diese Möglichkeit, meine eigenen Ideen und Vorstellungen umsetzten zu können und die Zeit zur Verfügung gestellt bekommen zu haben, bin ich der Direktorin sehr dankbar. Zwei Wochen vor meiner Abreise startete ich noch ein kleines Zahnputzprojekt in der Klasse, denn mir war aufgefallen in welchem schlechten Zustand sich die Zähne der meisten Kinder befanden. Jedes Kind bekam eine Zahnbürste, die in der Schule aufbewahrt werden soll. Sofern sie es auch ohne mich weiter führen, sollte nun jedes Kind die Möglichkeit habe wenigstens ein Mal am Tag in der Schule seine Zähne putzen zu können.

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G.S.Tobin: In der Grundschule G.S.Tobin unterrichtete ich in 3 Klassen. In der 1. Klasse unterrichtete ich zwei Mal die Woche in den Fächern Nursery Rhymes, Drawing/Arts und Drama, die 2.Klasse in Drawing/Arts und die 3.Klasse in Arts/Crafts. Im Unterricht war es mir wichtig, den Kindern Raum für ihre eigene Kreativität zu geben, gerade im Malen und Zeichnen. Denn mir ist aufgefallen, dass in einer Schule in Kamerun sehr viel vorgegeben wird, was die Kinder einfach nur abschreiben oder abmalen sollen. Wenn auf dem Lehrplan zum Beispiel das Malen eines Hauses steht, so wird von der Lehrein ein Haus an die Tafel gemalt und die Kinder sollen es eins zu eins abmalen. Dieses Haus wird dann danach benotet, ob es der Vorlage an der Tafel ähnelt oder nicht. Meine Vorgehensweise war für die Kinder zu Beginn sehr neu und ungewohnt, doch ich muss sagen sie haben sich recht schnell an mich und dieser Art des Unterrichts gewöhnt und wirklich wunderschöne Dinge auf ihr Papier gebracht. Da es ein recht großes Problem mit den Stiften und grade den Buntstiften in den Klassen gab, brachtet ich immer einige Stifte mit in den Unterricht, um jedem Kind die Chance geben zu können, am Unterricht teilzunehmen.

 

Ich bin sehr froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, all die unterschiedlichen Erfahrungen zu sammeln und diese Gelegenheit zu bekommen. Alle Lehrer und die Direktorin der Schulen waren immer sehr nett, freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit zu mir.

 

Projekte von Swetlana:

Zu meinen Aufgaben in Kumbo zählten:

  1. Aufbau des Computerraums in der Grundschule G.S. Tobin
  2. Mathematikunterricht in der vierten Klasse von G.S. Tobin
  3. Unterstützung bei den Computerkursen in Springboard.

Nachdem der Computerraum bereitgestellt wurde, haben wir mit Harrison alle Computer hingebracht, diese auf Funktionstüchtigkeit überprüft und angeschloßen. Da die Schule noch keinen Computerlehrer hatte, haben wir ihnen einen Kurs für Lehrer angeboten, der drei Mal wöchentlich stattfand. Die Idee wurde gleich dankbar angenommen.

In der Grundschule wurde ich sehr herzlich aufgenommen und bei allen Problemen unterstützt. Nach meiner Anfrage wurde mir die vierte Klasse anvertraut. Ich durfte jeden Morgen bei Ihnen Mathematik unterrichten. Am Anfang war es eine Herausvorderung 66 Schüler im Alter von 8 bis 10 Jahre zur Ruhe zu bringen. Dann habe ich ein Spiel für die Klasse entwickelt und in jeder Reihe einen Kapitän bestimmt, der für die Ordnung gesorgt hat. Nach zwei Wochen wurde die ruhigste Reihe belohnt. Da der Wissensstand der Kinder sehr unterschiedlich war, habe ich zuerst alle getestet und sie dann nach den Ergebnissen umgesetzt. So konnte ich auf jeden Einzelnen eingehen. Ich versuchte, den Kindern Anreize zu geben, sich zu engagieren und aktiv mitzuwirken. Jede Woche führte ich einen Test zu den in der Woche behandelten Themen durch. Damit die Kinder die Antworten nicht bei einander abschreiben (auf jeder Schulbank saßen bis zu drei Kinder), bereitete ich für jedes Kind andere Aufgaben vor.  Außerdem habe ich sehr gute Testergebnisse mit Kleinigkeiten (Bonbons, Kugelschreiber) belohnt. Letztendlich hat das Unterrichten viel Spaß gemacht und mir Geduld gelehrt.

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In der Bildungseinrichtung Springboard, haben wir mit Harrison nicht nur die Computerkurse für Lehrer der G.S. Tobin, sondern auch für Studenten ohne Vorwissen angeboten. Ich assestierte Harrison beim Unterrichten, bereitete praktische Übungen vor und vertrat ihn manchmal. Die Zusammenarbeit hat gut funktioniert, da wir uns gegenseitig ergänzt haben.

Insgesamt war es eine super Erfahrung, die mich viele gelehrt hat.

Gemeinsames Projekt:

Das wohl nachhaltigste Projekt in welches wir involviert waren, war die Sanierung des 2. Teils des Schulgebäudes und der Bau einer neuen Toilette für die Kinder in der G.S. Tobin. Unsere Aufgabe hierbei war es die finanziellen Mittel die zur Verfügung gestellt wurden zu verwalten und die einzelnen Schritte des Umbaus zu überwachen. In Kooperation mit dem Projektleiter und ehemaligen Schulleiter Mr. Mainimo und dem Baukomitee wurden die einzelnen Schritte des Umbaus besprochen und zeitlich festgelget. Die PTA (Parents and Teachers Association) war wie auch bei dem ersten Abschnitt für die Bezahlung der Arbeiter und Beschaffung der lokalen Materilien zuständig, alle anderen anfallenden Kosten wurden durch Spenden finanziert. Gemeinsam mit Mr. Mainimo kauften wir die einzelen Baustoffe ein und beaufsichtigten die Baufortschritte der Arbeiter. In gerade mal 2 Wochen haben die Arbeiter es geschafft den 2. Teil des Schulgebäudes zu sanieren und die Toilette aus dem Nichts entstehen zu lassen. Einen Tag vor unserer Abreise durften wir die offizielle Eröffnungsfeier der Schule miterleben. Die vielen neuen Veränderungen:

  • die Sanierung des gesamten Schulgebäudes
  • die auf dem Schulgelände gepflanzten Bäume
  • der Computerraum
  • die neue Toilettenanlage

wurden den geladenen Gästen durch eine Begehung durch das Schulgelände vorgestellt. In den nachfolgenden Reden wurde dem Verein, den Spendern und den Verantwortlichen Personen mehrfach gedankt und eine weitetre Zusammenarbeit und Unterstützung erhofft.

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Auch wir danken für die Möglichkeit hier in Kamerun zahlreiche, neue Erfahrungen sammeln zu können und auf diese Weise eine neue Kultur und viele neue Menschen kennen gelernt zu haben.